Strom-Eigenverbrauch

Mit dem geänderten EEG 2009 wurde eine Vergütung für selbst genutzten Solarstrom eingeführt. Für jede kWh, die der Anlagenbetreiber selbst verbraucht, wird eine Vergütung gezahlt. Dies gilt ab dem 1.7.2010 für alle Anlagen bis 500 kWp, die bis zum 31.03.2012 in Betrieb genommen wurden. Ab dem 01.04.2012 entfällt die gesonderte Vergütung für den eigen verbrauchten Strom aus PV-Anlagen.

Hersteller von intelligenten Systemen zur Eigenverbrauchsregelung haben bereits entsprechende Geräte auf dem Markt und in Referenzanlagen installiert.

Voraussetzungen für den Eigenverbrauch

Zur Messung des Eigenverbrauchs werden drei Zähler benötigt: Ein PV-Zähler für die erzeugte Solar-Energie, ein Einspeise- und ein Bezugszähler – wobei die beiden letzteren als Zweirichtungszähler zusammengefasst sein können.

Der gesondert vergütete Eigenverbrauch entspricht dabei der Differenz aus PV- und Einspeisezähler. Der Einspeisezähler misst also nur den „überschüssigen“, nicht direkt verbrauchten Solarstrom, der wie gewohnt ins Netz gespeist und vergütet wird. In einer Ergänzung der technischen Anschlussbedingungen (TAB) vom Oktober 2009 wurde festgelegt, dass die Zähler nicht zwingend an einem zentralen Platz installiert werden müssen – eine Installation des PV-Zählers neben den vorhandenen Zählern ist also nicht mehr vorgeschrieben.
Grundsätzlich kann sich ein Anlagenbetreiber während der 20-jährigen EEG-Förderung jederzeit für oder gegen den Eigenverbrauch entscheiden.

Wie kann ich meinen Strom selbst nutzen?
Um vom Eigenverbrauch zu profitieren wird aus technischer Sicht nur ein zusätzlicher Zähler installiert, der den erzeugten Strom Ihrer Photovoltaikanlage misst. Alles was Sie nicht selbst verbrauchen wird ins Netz eingespeist. Umgekehrt beziehen Sie aus dem Netz den Strom, wenn die Photovoltaikanlage Nachts keinen Strom erzeugt. Sie gehen also kein Risiko ein. Ohne den Einsatz von zusätzlichen Hilfsmitteln schätzen Experten den erreichbaren Eigenverbrauchsanteil am Gesamtstromverbrauch eines Jahres auf durchschnittlich 10-40 % (4-Personen-Haushalt). Höhere Anteile sind u.a. bei gewerblicher Nutzung mit entsprechenden Lastprofilen möglich. Wie groß der Anteil wirklich ist, hängt stark vom Einzelfall ab.

Ihre Vorteile:

  • direkter Ökostrom vom Dach
  • mehr Unabhängigkeit und Schutz vor zukünftigen Strompreiserhöhungen
  • mehr Rendite
  • wirtschaftlich und zukunftssicher

Welche Dachfläche benötige ich, um meinen gesamten Strombedarf durch die Photovoltaik zu decken?
Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Dreipersonenhaushaltes beträgt in Deutschland rund 3900 kWh pro Jahr. In Mittelhessen lassen sich bei einer optimal nach Süden ausgerichteten Anlage oftmals mehr als 900 kWh/kWp pro Jahr erzeugen. Das heißt, es werden 4,3 kWp benötigt, um 3900 kWh pro Jahr zu erzeugen. Bei einem Modulwirkungsrad von 13 % reicht für diese Leistung eine Fläche von 33 m² aus. Es gibt bereits auch schon Module mit einem Wirkungsgrad von 18 %. Mit diesen Modulen sind sogar nur 24 m² ausreichend.

Wie wird der Eigenverbrauch durch das EEG gefördert?
Die Höhe der Förderung ist in zwei Vergütungssätze gestaffelt, abhängig vom prozentualen Anteil des Eigenverbrauchs an der gesamten Solarstromerzeugung und von der Anlagengröße. Hier hat der Gesetzgeber einen Schwellenwert von 30% eingeführt. Für Solaranlagen bis 30 kWp und Inbetriebnahme 2012 gilt vor dem 01.04.2012:

•    Eigenverbrauchsanteile bis 30% werden mit 8,05 Cent/kWh vergütet
•    Eigenverbrauchsanteile über 30% mit  12,43 Cent/kWh

Die Laufzeit der Vergütung beträgt, analog der Einspeisevergütung, 20 Jahre. Der nicht selbst verbrauchte Solarstrom wird zur regulären Einspeisevergütung ins Netz eingespeist.

Faustregel: Egal, ob Sie noch den Vorteil einer Förderung für selbst verbrauchten Strom  nutzen konnten oder nicht: Je höher der Eigenverbrauchsanteil ist, desto höher wird Ihre Rendite sein. Angesichts stetig steigender Strompreise ist es mehr denn je vorteilhaft, eine möglichst hohe Eigenverbrauchsquote zu erzielen. Dies kann z.B. durch den Einsatz einer Wärmepumpe zur Warmwasseraufbereitung erfolgen, die ihren Strom von der PV-Anlage bezieht.