Einspeisemanagement

Einspeise- und Netzsicherheitsmanagement – Wie funktioniert das?
Das Einspeise- und Netzsicherheitsmanagement bedeutet eine zeitweilige Reduzierung der Einspeiseleistung (Wirkleistung) von EEG-Anlagen. Konkret werden die am Einspeise- und Netzsicherheitsmanagement teilnehmenden Anlagen bei einer Überlastung des Netzes in einer Netzregion (beispielsweise bei Starkwind) durch ein Reduktionssignal zur Absenkung ihrer Einspeiseleistung aufgefordert. Sobald die kritische Netzsituation beendet ist, erhalten die Anlagen ein Freigabesignal, so daß die Einspeisung wieder in vollem Umfang möglich ist.
Mit Hilfe eines Einspeisemanagements werden Netzbetriebsmittel wie Versorgungsleitungen oder Transformatoren vor Überlastungen geschützt. Ohne Einspeise- und Netzsicherheitsmanagement könnte es laut Aussage von Versorgungsnetzbetreibern bei hoher Einspeisung, z.B. auch im Zusammenhang mit laufenden Netzausbau- und Wartungsmaßnahmen, zu einer Überlastung von Netzabschnitten kommen.

Neue Regelung im EEG in Bezug auf Abschalteinrichtungen
Die Regelungen zum Netzsicherheitsmanagement wurden zum 1. Januar 2012 erweitert und gelten nun auch für PV-Anlagen unter 100kWp.
Alle PhotoVoltaik-Anlagen, die ab 1. Januar 2012 in Betrieb gesetzt werden, müssen die technischen Vorgaben nach § 6 EEG 2012 zur Reduzierung der Einspeiseleistung bei Netzüberlastungen einhalten.
Betreiber von Anlagen bis 30 kWp haben die Wahl: Entweder müssen sie die Anlage ebenfalls mit den geschilderten technischen Vorrichtungen zur Reduzierung der Einspeiseleistung ausstatten (damit der Netzbetreiber per Rundsteuersignal eingreifen kann) oder aber sie müssen sicherstellen, dass am Verknüpfungspunkt ihrer Anlage mit dem Netz die maximale Wirkleistungseinspeisung auf 70 % der installierten Leistung begrenzt wird. Praktisch bedeutet dies, daß an PV-Modulen mit bspw. 10 kWp Nennleistung ein Wechselrichter mit max. 7 kWp angeschlossen wird. Da eine PV-Anlage nur selten im oberen Drittel ihrer möglichen Leistung operiert, hält sich der Ertragsverlust in Grenzen. Eine Entschädigung des ergangenen Stromertrages steht ihnen im zweiten Fall nicht zu. Dieser kann jedoch nach Hochrechnung von Experten ca. 2 – 6 % der Jahresstromertrages betragen.

Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kWp müssen über eine technische Einrichtung verfügen, mit deren Hilfe man die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann. Anlagen über 100 kWp müssen zusätzlich mit einer Einrichtung zur Abrufung der jeweiligen IST-Einspeisung, Lastgangzählern und Vorrichtungen zur Datenübertragung ausgestattet sein.

Bei Reduzierung steht dem Anlagenbetreibern nach § 12 Absatz 1 EEG 2012 eine Entschädigung des entgangenen Stromertrages zu. Beläuft sich die Reduzierung der Einspeiseleistung weniger als 1 % der Jahresleistung, steht einem Betreiber nur eine Entschädigung von 95 % der entgangenen Einnahmen zuzüglich der zusätzlichen Aufwendungen und abzüglich der ersparten Aufwendungen zu.

Auch Altanlagen müssen nach § 66 EEG 2012 nachgerüstet werden
Für Betreiber von Anlagen über 100 KWp gelten die Verpflichtungen nach § 6 EEG 2012 ab 1. Juli 2012. Für Anlagen über 30 bis 100 KWp, die nach dem 31.12.2008 in Betrieb genommen sind, müssen die technischen Vorgaben ab 1. Januar 2014 eingehalten werden. Anlagen unter 30 kWp müssen nicht nachgerüstet werden. Alle aus diesen Verpflichtungen entstehenden Mehrkosten soll der Anlagenbetreiber tragen. Erfüllt er diese Vorgaben nicht, erlischt die Vergütungspflicht des Netzbetreibers.